Das Frauen- und Kinderschutzhaus Hannover feiert im Jahr 2008 sein 30-jähriges Bestehen.
Zu diesem Anlass fand am 25. Juni 2008 eine Fachtagung zum Thema „Gewaltschutz contra Kindeswohl“ im Hanns-Lilje-Haus in Hannover statt. Referenten waren Prof. Dr. Barbara Kavemann, Berlin, Prof. Dr. Ludwig Salgo, Frankfurt/Main und Dipl. Soz. Päd. Petra Nollenberg, Hannover. Moderiert wurde die Veranstaltung von der ersten Frauenbeauftragten der Stadt Hannover und Staatssekretärin a. D. Dr. Ursula Müller. Ziel der Tagung war es, auf den Widerspruch zwischen dem Recht auf Gewaltschutz für die betroffene Frau und dem Anspruch auf Umgangsrecht des gewalttätigen Vaters hinzuweisen, der sich ergibt, wenn in gewaltgeprägten (Ex-)Partnerschaften um das Recht auf Kontakt zu den gemeinsamen Kindern gestritten wird.
Unser Anliegen ist es, in diesen Fällen besonders die Interessen und Wünsche der betroffenen Kinder wahrzunehmen.

Folgende Fragen stellen sich für uns u. a. in diesem Zusammenhang:

  • Wie ernst wird der Schutz vor (erneuter) Gewalt für die Frau genommen, wenn es trotz Näherungsverbot zur direkten Konfrontation bei der „Übergabe“ der Kinder kommt?
  • Wie steht es mit der Überprüfung der Erziehungsfähigkeit eines Vaters, der gegen die Mutter seiner Kinder gewalttätig geworden ist?
  • Wie wird das Umgangsrecht geregelt, wenn ein Kind den Umgang verweigert, wird es mit seiner Aussage ernst genommen?
  • Wer oder was entscheidet, was das viel zitierte „Kindeswohl“ eigentlich ausmacht?
    Zu den 10 wesentlichen Kritikpunkten, die auf der Tagung herausgearbeitet wurden.